Das Label «Energiestadt» hat die übergeordnete Ortsentwicklung sowie die kommunalen Gebäude und Anlagen im Blickfeld. Komplementär dazu gibt es die gebäudespezifischen Standards fürs Bauen und den Bestand.
Der Standard «Energiestadt» thematisiert nebst der Ortsentwicklung auch die Qualität der eigenen Liegenschaften, und zwar in Bezug auf Energie und Klima – wie es der Name des Labels verdeutlicht. Die Gebäudesicht ist berechtigt und notwendig, besitzen die kommunalen Gebäude doch einen Wert von 300 Milliarden Franken, weshalb die Gemeinden einen grossen Hebel in der nachhaltigen Entwicklung des Schweizer Gebäudebestands haben.
Auf ortsübergreifender Ebene sind in der Zwischenzeit neue Themen und Konzepte hinzugekommen; auf Gebäudeebene wurde das Label «Energiestadt» durch umfassende Gebäude-Standards ergänzt, und zwar fürs Bauen (Minergie und SNBS) sowie den Bestand (wie zum Beispiel SSREI).
Minergie oder SNBS wurden von der öffentlichen Hand von Beginn weg breit angewandt. Für die nachhaltige Bestandsbewertung haben grosse Städte teilweise eigene Methoden entwickelt, allen voran die Stadt Zürich mit ihrem Label «NIMMO», das sie 2024 lanciert hat. Dieses befindet sich im Testmodus, und es wurden noch keine Zertifikate ausgestellt. Inhaltlich überschneidet es sich stark mit dem SSREI.
Ortsentwicklung und Gebäudequalität greifen ineinander. So beeinflussen einerseits die ortsbezogenen Massnahmen die Lagevoraussetzungen von Liegenschaften; andererseits verlangen gewisse Nachhaltigkeits-Themen Massnahmen auf der Makro- und Mikro-Ebene. Dies verdeutlicht die Abbildung unten, die nach der inhaltlichen Logik von SSREI gegliedert ist.
Schliesslich agiert die Behörde beratend im Rahmen von Baubewilligungsverfahren und beeinflusst somit die nachhaltige Qualität aller – und nicht nur der kommunalen – Gebäude.
Die folgende Tabelle zeigt anhand der SSREI-Struktur, wie sich Massnahmen auf Ebene der nachhaltigen Ortsentwicklung (Makro-Betrachtung) und der nachhaltigen Immobilienbewirtschaftung (Mikro-Betrachtung) gegenseitig ergänzen und gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung des Gebäude- und Lebensraums beitragen. Die fett markierten Punkte entsprechen den Anforderungen des Labels «Energiestadt».
Autorin: Elvira Bieri, Geschäftsführerin SSREI AG



