«Stranded Assets» im Rampenlicht: Warum sollten Immobilienunternehmen jetzt handeln?

Der Immobiliensektor ist für über 37% der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich¹. Infolgedessen steht er vor einer beispiellosen Herausforderung durch «Stranded Assets».

«Stranded Assets» sind Immobilien, die an wirtschaftlichem Wert verlieren, weil sie Klimarisiken, regulatorischen Veränderungen und Marktverschiebungen hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ausgesetzt sind. Immobilieneigentümer müssen sich sowohl mit Transitionsrisiken, die durch regulatorische Verschärfung entstehen, als auch mit physischen Risiken durch Extremwetterereignisse und Ressourcenknappheit auseinandersetzen, die direkt die Immobilienbewertungen und die operative Rentabilität gefährden.

Regulatorische Verschärfung der CO₂-Emissionen wirkt sich auf den Immobiliensektor aus

Die Schweiz hat sich nationale Dekarbonisierungsziele gesetzt. Für den Gebäudesektor liegt das Ziel bei einer Reduktion um 66% (Ausgangsniveau von 1990) und der Sektor soll bis 2025 netto null Emissionen erreichen². Auch auf EU-Ebene verschärft sich der regulatorische Druck. Ein Ziel von 49% erneuerbaren Energien wurde für Gebäude bis 2030 gesetzt³, und ein CO2-Bepreisungsmechanismus für CO2-Emissionen aus Brennstoffverbrennung in Gebäuden soll ab 2028 in Betrieb sein¹¹. Die Massnahmen der EU beinhalten Strafen für Immobilieneigentümer mit hohem Emissionsausstoss und haben somit direkte finanzielle Auswirkungen bei Nichteinhaltung.

Physische und Transitionsrisiken gefährden Immobilienwerte

Immobilien in überschwemmungsgefährdeten Tälern und erdrutschgefährdeten Bergregionen sowie Gebäude mit schlechter Energieeffizienz sind mit Materialschäden konfrontiert. Alpine Skigebiete müssen möglicherweise wegen unzureichender Schneedecke schliessen, während Strandgrundstücke durch Küstenerosion und steigende Meeresspiegel Gefahr laufen, an Wert zu verlieren. Darüber hinaus verschärfen Transitionsrisiken diese Herausforderungen für Investoren in kohlenstoffintensiven Immobilien, die wahrscheinlich mit einer geringeren Nachfrage nach Immobilien mit hohen Betriebsemissionen rechnen müssen¹².

Strategische Lösungsansätze für «Stranded Assets»

Um diese Risiken effektiv zu mindern, sollten Immobilienunternehmen daher Klimaüberlegungen in ihre strategische und operative Planung integrieren. Diese Integration kann erreicht werden, indem die Anfälligkeit von Vermögenswerten und Immobilien gegenüber regulatorischen, marktwirtschaftlichen und technologischen Veränderungen bewertet wird, erhöhte Risiken bei Investitionen in kohlenstoffintensive Anlagen berücksichtigt werden und nachhaltige Alternativen bei Investitionsentscheidungen angemessen berücksichtigt werden. Szenarioanalysen und Stresstests unter unterschiedlichen klimapolitischen Bedingungen helfen, Schwachstellen zu identifizieren. Transparente Berichterstattung über Klimarisiken und Übergangspläne kann das Vertrauen der Anleger stärken. Indem Geschäftsmodelle an die verbindlichen Ziele der Schweiz und sich wandelnde Vorschriften angepasst werden, verringern Immobilienunternehmen das Risiko von «Stranded Assets» und stärken ihre Wettbewerbsposition.

Erfahren Sie hier , wie Sie «Stranded Assets» berücksichtigen können.

Autorin: Abetare Zymeri, Direktorin, Deloitte AG

¹ United Nations Environment Programme and Yale Center for Ecosystems + Architecture (2023): Building Materials and the Climate: Constructing a New Future

² Switzerland’s second nationally determined contribution under the Paris Agreement 2031–2035

³ Making our energy system fit for our climate targets

¹¹ ETS2: buildings, road transport and additional sectors – Climate Action

¹² Sustainability: Stranded Assets | Deloitte Switzerland

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