Themen wie bezahlbarer Wohnraum und soziale Durchmischung, aber auch Netto-Null über den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes – und nicht nur im Betrieb – gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dies wurde in der Version 2.0 des SSREI nachvollzogen.
Seit dem 1. Januar 2026 liegt die Version 2.0 des Standards SSREI vor. Dieser wurde in Bezug auf die Themen «Soziale Nachhaltigkeit» und «Graue Energie» verschärft. Er beinhaltet nach wie vor 36 Indikatoren, welche neu den folgenden 10 Handlungsfeldern zugeordnet werden (siehe Abbildung):
- GESELLSCHAFT: Soziale Nachhaltigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden, Städtebau und Architektur
- WIRTSCHAFT: Kosten, Lagequalität, Ertrag
- UMWELT: Energie (Scope 1+2), Graue Energie (Scope 3), Mobilität, Begrünung
Die thematische Erweiterung der sozialen Nachhaltigkeit bezieht sich insbesondere auf eine sozialverträgliche Vermietungs-, Mietzins- und Erneuerungspolitik – und im Zuge dessen auf ein entsprechendes Kündigungsverhalten.
Bei der grauen Energie bekommt Re-Use eine explizite Bedeutung. Dabei geht es um die Frage, ob solche Konzepte bereits zum Einsatz kamen, aber auch darum, welche Potenziale die Gebäude in Bezug auf die Wiederverwendung von Bauteilen und Materialien bei einem Abbruch haben.
Gewisse Themen, welche bis anhin in einem spezifischen Indikator abgehandelt und damit von der Bedeutung eher überbewertet waren, wurden zu einem Indikator zusammengeführt. So wurde die subjektive und verkehrstechnische Sicherheit, Bauschadstoffe und Radon sowie Begegnungsmöglichkeiten im Innen- und Aussenraum jeweils zu einem Indikator zusammengeführt.
Mit dieser Weiterentwicklung folgt der SSREI der Best Practice, welche sich in der Praxis zunehmend etabliert. Ziel von Standards ist, diese weiter zu verbreiten und damit letztlich einer möglichen Gesetzgebung vorzugreifen.
Autorin: Elvira Bier, Geschäftsführerin der SSREI AG

