Bundesrat Albert Rösti will die Verkehrsinfrastruktur massiv ausbauen – ein Milliardenprojekt, das nun sogar das EFK infrage stellt. Den Veloanteil im Schweizer Verkehr schätzt er auf einstelligen %-Bereich¹. Muss Pro Velo forfait geben?
Nein, im Gegenteil! Die Bevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren für die Förderung des Veloverkehrs und des öffentlichen Verkehrs ausgesprochen und gegen den Ausbau von Autobahnen. Diese Signale sind offenbar noch nicht ganz oben angekommen. Immerhin arbeiten viele Kantone und Städte mit Hochdruck an der Planung des gesetzlich vorgeschriebenen Velowegnetzes. Dieses wird zu mehr Veloverkehr und Lebensqualität sowie weniger Stau und CO2 führen. Mit Blick auf Dänemark und die Niederlande ist hier noch viel Luft nach oben: Während Kopenhagen einen Veloanteil über 40 Prozent hat, liegt dieser in den velofreundlichsten Städten erst bei rund 20 Prozent. Gleichzeitig sind rund 40 Prozent der Autofahrten nicht länger als 5 Kilometer, eine Distanz, die mit dem Velo und erst recht mit dem Elektrovelo für viele problemlos zurückgelegt werden kann. Für längere Strecken eignet sich die Kombination mit dem öV: Das Angebot an Veloabstellplätzen an Bahnhöfen wird ständig ausgebaut und auch die Bikesharing-Netze werden immer dichter. Wir setzen uns dafür ein, dass die Politiker:innen die Zeichen der Zeit erkennen und die vorhandenen finanziellen und personellen Mittel entsprechend bereitstellen.
Zur Person: Christoph Merkli ist promovierter Geograph und arbeitet seit bald 30 Jahren bei Pro Velo Schweiz. Er kümmert sich dort um politische und rechtliche Fragen. Im Alltag und in der Freizeit ist er am liebsten mit dem Biovelo unterwegs.

