Firmenparkplätze für das Quartier

Tagsüber sind viele Firmenparkplätze benutzt, abends stehen diese jedoch leer: In Basel öffnen Firmen wie PSP Swiss Property, Lonza und UBS die Tiefgaragen ihrer Bürogebäude kontrolliert für Anwohnende und Pendler, betrieben über die Plattform von Stellos und ShareP. Der Beitrag zeigt, wie das funktioniert und was es Eigentümern und der Stadt bringt.
Volle Strassen, leere Firmengaragen

Basel hat rund 80’000 private Parkplätze. Diese Stellplätze sind Teil der bestehenden Infrastruktur und müssen nicht zuerst noch erbaut werden, es braucht lediglich Zugang zu diesen. Auf der Strasse gibt es nur einen Bruchteil dieser Parkplätze – und allein seit 2022 sind rund 500 dieser öffentlichen Parkplätze weggefallen. Abends kreisen Autos um den letzten freien Stellplatz, während hundert Meter weiter die Tiefgarage eines Bürogebäudes leer steht. Übers Jahr gerechnet ist eine Firmengarage im Schnitt nur zu rund 23 Prozent ausgelastet.

So öffnen wir Basels Bürogaragen

Wir, das ist Stellos (vormals ShareP), ein Zürcher Software-Unternehmen für Parkierung und Zutritt an über 160 Standorten in der Schweiz und der EU. In Basel sind wir technischer Betreiber, gemeinsam mit der Stadt Basel und begleitet vom Beratungsunternehmen Rapp. PSP Swiss Property machte an der Hochstrasse 16 den Anfang, Lonza öffnete das Lindenhofareal nachts und am Wochenende, UBS hat Flächen zugesagt. Bis Ende 2027 wollen wir rund 3’500 Plätze öffnen.

Erst verstehen, dann optimieren

Die meisten Unternehmen verwalten ihre Parkplätze in einer Excel-Liste. Diese zeigt, wer welchen Platz hat, aber nicht, was in der Garage wirklich passiert: wer wann kommt, wie lange er bleibt und welche Plätze wochenlang leer stehen.

Deshalb steht am Anfang nicht die Öffnung, sondern die Reservation. Mitarbeitende buchen ihren Platz in der Stellos-App, Gäste und Externe über die ShareP-App oder per Weblink. Die Kennzeichenerkennung gleicht ab, wer tatsächlich kommt. Nach wenigen Wochen sieht der Eigentümer zum ersten Mal, welche Plätze nie belegt sind und wie viel Kapazität wann frei bleibt.

Oft ist das schon die halbe Lösung: Dauermieten bereinigt, Plätze intern umverteilt, zugemietete Flächen fallen weg. Erst wenn die Zahlen über Monate zeigen, dass Kapazität übrig bleibt, stellt sich die Frage der Öffnung. Manchmal lautet die Antwort: Hier lohnt es sich nicht.

Öffnen heisst nicht öffentlich

Geöffnet wird für eine definierte, kontrollierte Gruppe, nie für den freien Verkehr. Jeder Nutzer ist mit Name, Kontakt und Kennzeichen registriert und erhält Zugang nur für ein Zeitfenster, jederzeit entziehbar. Es gibt keine anonymen Einfahrten und keine zirkulierenden Badges: Jede Zufahrt wird protokolliert, und Treppenhaus, Lift sowie Technikräume bleiben zugangsgeschützt. Das ist meist sicherer als der Badge, der seit zehn Jahren im Umlauf ist und von dem niemand weiss, wer ihn hat.

Jede Liegenschaft hat eigene Regeln, etwa: Anwohnende bis 7 Uhr raus, danach haben die Mitarbeitenden Vorrang. Dass Externe die eigenen Leute blockieren, ist in Zürich, wo Stellos für Google, Swisscom, SBB und Implenia arbeitet, nie passiert.

Was das erste Jahr gezeigt hat

Der Engpass ist weder die Technik noch der Eigentümer, sondern die Anwohnenden. Wer seit Jahren mit der Anwohnerparkkarte vor dem Haus parkiert, wechselt nicht wegen einer App. Deshalb erhalten 2027 alle Inhaber einer Anwohnerparkkarte ein vergünstigtes Nachtangebot in den Pilotgaragen.

Was Eigentümer und Stadt davon haben

Ertrag: Eine leere Garage kostet, eine vermietete verdient. Umgebaut wird nichts und die nötige Technik stellt Stellos zur Verfügung.

Nachhaltigkeit: Die beste Tiefgarage ist die, die nicht gebaut werden muss.

Stadt und Quartier: Jedes Auto in der Garage ist eines weniger auf der Strasse. Der Raum wird frei für Bäume, Velowege oder Spielplätze. Und wo Firmenparkplätze gebucht und bezahlt statt gratis vergeben werden, steigen mehr Mitarbeitende auf den ÖV um.

Basel ist der Anfang

Wenn Sie wissen wollen, wie voll Ihre Garage wirklich ist und was sie nachts wert wäre, melden Sie sich. Ich rechne es vor.

Stellos AG, Zürich | www.stellos.com

Autor: Mateusz Wojdylo, Gründer und CEO, Stellos AG (vormals ShareP AG)

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