SSREI hat per 1.1.2026 neue Kriterien betreffend soziale Nachhaltigkeit eingeführt. Für die Pensionskasse Graubünden sind die neuen Anforderungen längst gängige Praxis.
Der SSREI, an dem wir uns seit 2024 beteiligen, hat per 1.1.2026 neue Kriterien betreffend soziale Verantwortung eingeführt. Wir haben uns dieser Übung bereits gestellt und dabei ein Bild zurückgespiegelt bekommen, welches uns bestätigt, wo wir stehen, aber auch wo wir noch Handlungsbedarf haben. Konkret sieht es wie folgt aus:
- Sozialverträgliche Vermietungspolitik: Wir haben bei Neuvermietungen schon immer darauf geachtet, Wohnungen der adäquaten Zielgruppe weiterzugeben. Was wir hingegen noch nicht eingeführt haben, ist die Möglichkeit von Wohnungstausch oder -wechsel. Gerade Wohnungswechsel von grossen in kleine Wohnungen inklusive Mietzinsmitnahme gilt es allerdings zu überlegen, weil dies eine Win-Win-Situation für beide Parteien darstellt.
- Transparente Mietzinspolitik: Hier erfüllen wir die SSREI-Anforderungen in Bezug auf die Mietzinsanpassungen bei Änderung des Referenzzinssatzes nach unten nicht. Hingegen entspricht eine faire und transparente neue Mietzinsberechnung nach Sanierung ohne Leerkündigung längst unserer Praxis.
- Einfache und kostengünstige Bauweise bei Neubauten: Nachhaltiges Bauen hat Auswirkungen auf die Baukosten. Es ist unser täglicher Antrieb, die Investitionen gezielt für nachhaltige Lösungen einzusetzen und auf Luxus und «nice to have» zu verzichten.
- Sozialverträgliche Erneuerungspolitik: Unser Credo ist periodische Instandhaltung anstelle von zuwarten und dann abreissen.
- Sozialverträgliche Kündigungspolitik: Gerade, weil wir in überwiegender Mehrheit sanft sanieren, müssen wir keine Leerkündigungen aussprechen. Totalsanierungen organisieren wir so, dass es Zwischenlösungen und Rückkehrmöglichkeiten für die Mieterschaft gibt.
- Zweitwohnungen und Kurzzeitvermietungen sind für uns kein Thema.
Für uns liegt der Vorteil von SSREI nicht nur darin, dass wir uns in unserer Haltung bestätigt fühlen, sondern dass die Kommunikation unseres Engagements einfacher fällt.
Autor: Benno Patt, Leiter Immobilienanlagen bei der Pensionskasse Graubünden

