GRESB und Gebäudelabels

GRESB ist ein Standard, der die Elemente für ein nachhaltiges Immobilienmanagement beschreibt. Mit dem Rating wird aber nicht nur die Qualität dieses Managementsystems beurteilt, sondern auch die Performance der Immobilienportfolios.

GRESB (Global Real Estate Sustainability Benchmark) beschreibt die Elemente eines nachhaltigen Immobilienmanagements. Dazu gehören geordnete Prozesse und Abläufe, klare Kompetenzen und Verantwortlichkeiten, Zielsetzungs- und Kontrollprozesse sowie zuverlässige Berichterstattung – und schliesslich die kontinuierliche Verbesserung.

Mit dem Rating wird aber nicht nur die Qualität dieses Managementsystems beurteilt, sondern auch die Performance der Immobilien – insbesondere dem damit verbundenen Energiebedarf und CO2-Ausstoss, dem Wasserverbrauch sowie dem Abfallaufkommen.

Was die restlichen Nachhaltigkeitskriterien anbelangt, so referenziert GRESB auf etablierte Standards (Labels). Ausschlaggebend für das GRESB-Rating ist der Anteil der gelabelten m2 Fläche im Portfolio und nicht die spezifische Auslobung der Liegenschaften (zum Beispiel Gold – Silber – Platin oder das SSREI-Rating). Letzteres würde wenig Sinn machen, weil es oft technisch nicht machbar respektive ökonomisch nicht vernünftig wäre, alle Liegenschaften in einem Portfolio auf eine Bestnote zu trimmen.

Nicht Pflicht, aber Ziel ist es, nach und nach alle Liegenschaften eines Portfolios ins Visier zu nehmen, um einen Gesamtblick auf das Portfolio zu haben – so wie man bei der Bilanz und Erfolgsrechnung die kleineren Liegenschaften auch nicht ausschliesst.

Die von GRESB anerkannten Labels sind im Anhang 7 – Gebäudezertifizierungen des GRESB-Anforderungskatalogs aufgelistet.

Dabei handelt es sich um Zertifizierungssysteme, nämlich öffentlich zugängliche Standards, deren Umsetzung von unabhängiger Stelle überprüft wird.

Bisher haben vor allem die grossen Akteure am GRESB teilgenommen. Ein professionelles Management, wie es GRESB verlangt, ist aber keine Frage der Grösse, sondern für alle Arten von Organisationen relevant. So haben auch die ISO-Managementsystem-Zertifizierungen nicht bei den grossen Konzernen haltgemacht und damit einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung der ganzen Wirtschaft beigetragen.

Autorin: Elvira Bieri, Geschäftsführerin SSREI AG

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