SSREI und Corporate Social Responsibility

Mit der Version 2.0 wurde der Standard SSREI betreffend «Soziale Nachhaltigkeit» erweitert und präzisiert. Hier vernehmen Sie mehr über den Inhalt und die Erkenntnisse aus den Verifizierungen.

Bei der sozialen Nachhaltigkeit geht es insbesondere um den Beitrag von Immobilien zum Funktionieren einer Gesellschaft. Ausreichend bezahlbarer Wohnraum und soziale Durchmischung sind dabei wichtige Anliegen.

Beim SSREI wurden diese Aspekte wie folgt operationalisiert:
Ein wesentlicher Treiber der Bezahlbarkeit von Wohnraum sind Nutzungsdichte (G2) und Verdichtung (U10). Dank dem Zugang zu den Daten des Bundesamtes für Statistik können wir ersteres automatisch ermitteln. Da die genaue Herleitung der Ausnützung aufwendig ist und die Ziffern in den wenigsten Fällen vorliegen, können wir mittels eines eigens entwickelten Hilfstools vertretbare Annäherungswerte berechnen.

Bei G6 (siehe Abbildung) wird eine Basisnote aus Bezahlbarkeit (Abweichung der Soll-Miete zur Marktmiete) und soziale Durchmischung (Anzahl an angebotenen Wohntypen) ermittelt. Diese kann dank sozialverträglicher Vermietungs-, Sanierungs- und Kündigungsstrategien mit Zusatzpunkten verbessert werden.

Bei G7 ergibt sich die Basisnote aus dem Grad, in welchem der maximale Wohnnutzungsanteil gemäss BZO ausgeschöpft wird. Zusätzliche Schaffung von Wohnraum wird honoriert; Zweitwohnungen und Kurzzeitvermietungen werden mit Abzügen bestraft.

Dank dem hohen Anteil an Bestandsmieten, aber auch der zunehmend hohen Sensibilisierung der Branche für das Thema fällt G6 mehrheitlich höher aus als gemeinhin erwartet wird. Die Herausforderung ist, auch in Zukunft einen bedarfsgerechten Wohnungsmix mit einer ausgewogenen Vermietungspolitik anzubieten und Sanierungen so planen, dass Realisierungen von vorzeitigen Ersatzneubauten mit Leerkündigungen verhindert werden können.

Bei G7 zeigt sich bei gemischten Nutzungen oft ein gewisses Verbesserungspotenzial. Klar geht aber auch hervor, dass Zweitwohnungen und Kurzzeitvermietungen nicht auf das Konto der institutionellen Eigentümer gehen, sondern dass Private und spezialisierte Anbieter für diese Entwicklung primär verantwortlich sind.

Fazit: Eine fakten- bzw. datenbasierte Diskussion des Themas «soziale Nachhaltigkeit» ist zu begrüssen. SSREI hilft mit ihrem erweiterten Indikatorenset der Branche u.a., der Öffentlichkeit darzulegen, dass sie nicht immer die «Bad Guys» sind, als welche sie in der Presse oftmals dargestellt werden.

Autorin: Elvira Bieri, Geschäftsführerin SSREI AG

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