Dieser Beitrag stellt die zwei neuen Standards im Bereich nachhaltiger Gebäude vor und gibt eine prägnante Einführung, wobei die zentralen Merkmale hervorgehoben werden.
SOSDA – Social Sustainability Data
SOSDA ist ein Framework und Kennzahlenset für das Benchmarking sozial nachhaltiger Immobilienportfolios. Es misst die soziale Performance von Liegenschaften und Portfolios an Outcomes, die über das Asset Management oder die Bewirtschaftung optimiert werden können.
Konkret wird die soziale Performance in drei Scopes gemessen:
Quelle: Eigene Darstellung SOSDA
Für Scope 1 und 2 wird der Mehrwert von Mietobjekten und Nachbarschaften für Mieter anhand von vier Kennzahlen ausgewiesen, die auf Mieterbefragungen beruhen: die Zufriedenheit mit dem Wohnobjekt, mit der Liegenschaftsverwaltung, mit dem Wohnumfeld sowie dem nachbarschaftlichen Verhältnis. Die vier Dimensionen des Outcomes «Zufriedenheit» reflektieren den Mehrwert, den Mieter der Liegenschaft zuschreiben.
Scope 3 misst den gesellschaftlichen Mehrwert, den eine Liegenschaft oder ein Portfolio über die Versorgung der Bevölkerung mit geeignetem Wohnraum schafft. Im Handlungsfeld Asset Management wird mit zwei Kennzahlen erhoben, welcher Anteil des Wohnungsbestand mit einem Medianeinkommen in der Standortgemeinde bezahlbar ist und wie hoch die Belegungsdichte der Wohnungen ist. Im Handlungsfeld Bewirtschaftung werden Vermietungsquoten erhoben: wie hoch ist der Anteil preisgünstiger Wohnungen, die Geringverdienern vermietetet werden, welcher Anteil der Familienwohnungen geht an Familien, wie viele Wohnungen werden an Senioren vermietet?
Als Ergänzung zu den Kennzahlen illustrieren SOSDA-Checklisten beispielhaft, wie Asset Manager, Vermarkter und Bewirtschafter auf die erwünschten Outcomes hinwirken und die soziale Performance von Wohnimmobilien optimieren können.
Viele Massnahmen werden durch den SSREI abgedeckt, wobei der SSREI-Katalog einen umfassenderen Überblick der Themen schafft, mit denen die Mieterzufriedenheit erhöht werden kann. Die Komplementarität von SSREI und SOSDA zeigt sich u.a. in der Wechselwirkung zwischen Gebäudequalitäten und der Möglichkeit, nachbarschaftliche Kontakte zu knüpfen.
SOSDA ist eine Initiative von Zimraum und Stratcraft. Die Entwicklung wurden von Innosuisse, dem Bundesamt für Wohnungswesen BWO und dem Bundesamt für Raumentwicklung ARE unterstützt.
Weitere Informationen finden sich unter www.sosda.ch.
Global Construction C-Sink
Auch die Immobilienbranche steht vor einem Wandel. Nachhaltiges und klimafreundliches Bauen wird nicht mehr nur als Option betrachtet, sondern zunehmend zur Notwendigkeit. Immer mehr werden daher auch Baumaterialen eingesetzt, welche einen reduzierten Klima-Fussabdruck haben oder sogar Kohlenstoff-Speicher, sogenannte C-Senken, darstellen.
Carbon Standards International (CSI) entwickelt innovative und in der Praxis einfach anwendbare Klima-Standards für C-Senken, dies in enger Zusammenarbeit mit dem ithaka institute for carbon strategies. Die zertifizierten C-Senken können im entsprechenden Register registriert und entweder für die Verbesserung der eigenen Klimabilanz verwendet oder im Markt verkauft werden.
Der Global Construction C-Sink Standard wurde speziell für den Bau- und Immobiliensektor entwickelt. Mit dem Standard können sämtliche Gebäude zertifiziert werden, sofern sie Baumaterialien enthalten, die Kohlenstoffsenken darstellen. Dabei geht es nicht nur um Holz als Baustoff, sondern auch um eine Vielzahl weiterer Materialien, die Kohlenstoff langfristig binden – darunter Pflanzenkohle, Hanf oder innovative Verbundstoffe. Der Standard erfasst den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks, von der Materialproduktion über den Transport bis hin zur Nutzung und möglichen Wiederverwertung der Baustoffe.
Weitere Informationen finden sich unter www.carbon-standards.com.